Vorgehensweise bei der Bewertung von Wärmebrücken

 

Vorbereitung:

Die zu Untersuchenden Bereiche sollten frei zugänglich sein.

Gleichmäßige Beheizung der Räume mindestens 12 Stunden vor Beginn der Messungen.

Wärmequellen wie z.B. Lampen oder größere, an der Wand stehende Möbelstücke beeinflussen die Messergebnisse.

Die Untersuchung sollte ca. 2 Stunden vor Sonnenaufgang durchgeführt werden damit Sonnenstrahlen, die auf der zu Untersuchenden Wand auftreffen, das Messergebniss nicht beeinflussen.

Ein Temperaturunterschied (innen zu aussen) von 15 Grad Celsius ist zu empfehlen. Zum Beispiel sollte bei einer Innentemperatur von 15 °C die Aussentemperatur ca. 0 °C sein.

 

Die Messung als Temperaturvergleich:

Am Tag der Untersuchung wird die aktuelle Wetterlage zum Messzeitpunkt notiert.

Der Temperaturverlauf vor der Messung, sowie Windstärke, Windrichtung und Temperatur der Aussenluft zum Zeitpunkt der Messung werden in einem Messprotokoll festgehalten.

Im Wohnraum werden relative Luftfeuchte und Raumtemperatur gemessen.

Die Messung der Temperaturen auf der inneren Wandoberfläche erfolgt mit der Wärmebildkamera. Im prinzip wird mit der Kamera Wärmestrahlung, die auf die Optik der Kamera  trift, digital verarbeitet und in ein Wärmebild umgewandelt. Um Messabweichungen zu minimieren, wird vor der eigentlichen Messung zusätzlich die Hintergrundstrahlung des Umfeldes bestimmt. Die interne Software der Kamera rechnet die durch Hintergrundstrahlung auftretende Messabweichung heraus.

Von dem zu untersuchenden Bereich wird ein Wärmebild angefertigt. Die Temperaturskalen der Kamera stellt man im oberen Bereich etwas höher als die maximale Temperatur- und im unteren Bereich etwas niedriger als die minimale Temperatur ein. Somit wird ein subjektiver Eindruck in Bezug auf die Bewertung verringert

    
Das Wärmebild mit Tepmeraturskala und das dazugehörige Digitalbild

 

Die Auswertung:

Mit Hilfe zusätzlicher PC-Software lassen sich die Wärmebilder nachträglich anlalysieren.

Es wird eine Matrix von Temperaturpunkten auf die Wandoberfläche gelegt.


Das Wärmebild mit der Temperaturmatrix

Jedem Messpunkt wird eine Temperatur zugeordnet. Durch die vorherige Bestimmung der Aussenluft- und Innenraumtemperatur kann für die einzelnen Oberflächentemperaturen der Wärmedurchgang oder fachlich, der Wärmedurchgangskoeffizient bestimmt werden. Dieser beschreibt welche Menge an Wärme durch einen festen Körper in Abhängigkeit der Temperaturdifferenz  hindurch geht. Die Einheit ist: Watt / (Quadratmeter mal Kelvin).

 
Der Wärmedurchgang als Kurve dargestellt

Der Wärmedurchgang der zu untersuchenden Wand (hier 36 cm Wanddicke) sollte bei U = 0,8 W/(m² K) liegen.

 

Weitergehende Untersuchungen:

Wenn sich warmfeuchte Luft im Inneren eines Wohnraumes an einer kalten Wandoberfläche abkühlt tritt ein Tauwasserbelag auf, der sogenannte Taupunkt wird unterschritten. Mit dem Absinken der Oberflächentemperatur steigt der Wassergehalt in der Oberflächenzone an. Versuche zeigen, dass Schimmelbefall dann eintritt, wenn wenigstens vier Wochen lang eine relative Luftfeuchte von mindestens 80 % geherrscht hat. Tauwasserbildung bzw. Schimmelbefall treten zuerst an den raumseitigen Oberflächen von Wärmebrücken auf, weil dort die geringsten Temperaturen vorliegen.

Im üblichen Wohnungbau ist die Forderung das der Temperaturfaktor f Rsi ≥ 0,7 betragen muss.

Die zur Berechnung erforderlichen Temperaturwerte wurden schon bei der Wärmebrückenbestimmung aufgenommen. Daher erfolgt im Zuge der Untersuchung auch gleich die Ermittlung des Temperaturfaktors f Rsi.

Mit Hilfe von PC-Software lässt sich auch der kälteste Bereich im aufgenommenen Wärmebild ermitteln. Der Messpunkt CS1 (im Wärmebild blau gekennzeichnet) wurde mit 15,2 °C ermittelt. Der U-Wert zu diesem Punkt ist U = 1,37 W/(m² K). Durch die Berechnung des Temperaturfaktors f Rsi ≥ 0,7 mit den vorhandenen Werten kann festgestellt werden, dass sich im kältesten Punkt im Messbereich ein Wert von f Rsi = 0,82 ≥ 0,7 ergibt. Hieraus folgt, dass in diesem Bereich keine Tauwasserbildung bzw. Schimmelbefall zu erwarten ist.

 

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